BUND Ortsverband Langen Egelsbach
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Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen (siehe Termine)  (Bild: Bündnis 90/Die Grünen Langen)

Vortrag "Klima und E-Mobilität"

Am 10. Februar 2026 fand im Grünen Bereich von Bündnis 90/Die Grünen in Langen ein Vortrag unseres Mitglieds Jürgen Schilling zum Thema „Klima und E-Mobilität“ statt.

In seinem eindrucksvollen und zugleich anschaulichen Vortrag erläuterte Jürgen Schilling zunächst die Herkunft und Effekte der verschiedenen menschengemachten Treibhausgase auf die Klimaerwärmung.

Zwei Drittel des Klimaeffekts entfiele auf die CO2-Emissionen, von denen wiederum rund 25 Prozent im Verkehrssektor, vor allem im Straßenverkehr, entstünden. Trotz einem erheblichen Rückgang der CO2 Emissionen gegenüber 1990 in Deutschland insgesamt, habe sich im Verkehrssektor kaum etwas getan.

Ein zentraler Punkt seines Vortrags war der Vergleich der Effizienz verschiedener Antriebstechnologien. Jürgen Schilling machte deutlich, dass die oft zitierten „effizienten Verbrenner“ technisch weitgehend ausgereizt und weitere Effizienzsteigerungen nur noch im unteren einstelligen Bereich physikalisch überhaupt möglich seien.

Während bei Benzinmotoren nur maximal 25% der eingesetzten Energie im Antrieb landet (beim Diesel rund 45%), seien es bei Elektrofahrzeugen über 85%. Der Rest ginge über Wärme, Reibung und den Verbrauch der Nebenaggregate (Heizung, Scheinwerfer, Klimaanlage) verloren.

Andere Energielieferanten, etwa Wasserstoff und die aus Wasserstoff und CO2 hergestellten E-Fuels, benötigten alleine für deren Herstellung so viel Energie, dass deren Einsatz im Straßenverkehr vollkommen unwirtschaftlich sei. Diese Stoffe würden für andere Anwendungen, etwa als Gasersatz in der Industrie oder als Treibstoff in Flugzeugen, dringend gebraucht.

Er zeigte auch die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland und Europa auf, wo sich Deutschland im Mittelfeld bewegt. Vorreiter seien vor allen Norwegen, wo bereits 88% der Fahrzeugneuzulassungen elektrisch seien. Auch Dänemark, Schweden und die Niederlande wiesen bereits hohe Bestandszahlen auf. Der Zuwachs beschränke sich aber nicht nur auf die Industrieländer. Neben China, wo 65% aller Elektrofahrzeuge verkauft würden, hätten gerade viele Schwellenländer erkannt, dass vor allem der Zwang zur Reduzierung von Luftschadstoffen in den Großstädten ein Umdenken erfordere. Der vergleichsweise günstige Solarstrom gegenüber teuren Erdölimporten und die inzwischen sogar preiswerteren E-Autos (v.a. aus China) begünstigten diese Situation. So hätte Äthiopien 2024 den Import von Verbrennerfahrzeugen verboten. Da der Automarkt nur global betrachtet werden könne, sei ein Festhalten am Verbrenner zum Schutz der eigenen Industrie in Deutschland kontraproduktiv. 

Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war das Thema Ladeinfrastruktur. Bei einer durchschnittlichen Auslastung der öffentlich-zugänglichen Ladepunkte von rund 10% sei das Argument fehlender Ladeinfrastruktur derzeit nicht haltbar. Die meiste Ladevorgänge fänden auch in den nächsten Jahren noch vor allem im privaten Bereich (zu Hause oder beim Arbeitgeber) statt. Probleme mit unzureichender Stromversorgung gäbe es vor allem in Mehrparteienhäuser, wo kürzlich eine Förderung des Bundes angekündigt worden sei. Dennoch müsse der Ausbau des öffentlichen Ladenetzes weiter voranschreiten und vorauslaufend erfolgen. Dabei werde das Schnellladen immer wichtiger, das unter anderem über das „Deutschlandnetz“ des Bundes forciert werde. Ein Suchraum für einen Ladehub mit 12 Ladepunkten und einer Leistung von mindestens 300 KW pro Ladepunkt läge auch in Langen. Moderne Mittelklassefahrzeuge könnten so in 10 Minuten Strom für eine Reichweite um die 200 Kilometer aufnehmen.

Auch Langen könne die Elektromobilität unterstützen, etwa durch die Überwachung der Einhaltung des GebäudeElektromobilitätsInfrastrukturGesetzes (GEIG), das bereits seit dem 01.01.2025 unter anderem bei Nichtwohngebäuden im Bestand mit mehr als 20 Stellplätzen (z.B. Einkaufszentren) mindestens einen Ladepunkt vorsehe. Zum 01.01.2027 müsse jeder zweite Stellplatz verkabelt sein oder mindestens einen Ladepunkt pro zehn Stellplätzen aufweisen.

Daneben spiele auch die Vorbildfunktion einer Kommune im eigenen Fuhrpark eine Rolle. Das seit 2021 gültige "Gesetz über die Beschaffung sauberer Straßenfahrzeuge", das in diesem Jahr noch einmal verschärft wurde, sieht vor, dass bei der Fahrzeugbeschaffung öffentlicher Auftraggeber ein Großteil der Betriebsfahrzeuge und Busse emissionsfrei sein müsse. 

Unterm Strich zeigte der Vortrag klar auf, dass der reine Elektroantrieb in Bezug auf Effizienz, Klimaschutz und Zukunftsfähigkeit die überzeugendste Technologie ist. Die anschließende Diskussion machte deutlich, wie groß das Interesse an einer nachhaltigen Mobilitätswende auch auf kommunaler Ebene ist.

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