14. Dezember 2025
Die drei Kandidaten zur Wahl des Bürgermeisters in Langen, 2026. (Foto: Uwe Scholz)
Fragen des BUND Ortsverband Langen-Egelsbach an die Kandidaten zur
Bürgermeisterwahl 2026 in Langen
1. Klimaanpassung
BUND: Auch Langen ist infolge des Klimawandels immer häufiger von langanhaltenden Hitze- und Trockenphasen - aber auch von Starkregenereignissen - betroffen. So wurde im Juli 2025 erstmals die Vorwarnstufe (Stufe 1) eines Trinkwassernotstands ausgerufen. Lange Hitze- und Trockenphasen haben negative Auswirkungen auf das Stadtklima, die Vegetation und zahlreiche weitere Ökosysteme. Gleichzeitig belasten zunehmende Starkregenfälle die Kanalisation und die Funktionsfähigkeit der Kläranlage. Welche Maßnahmen wären Ihrer Meinung nach in Langen sinnvoll und nötig, um diese Folgen des Klimawandels abzumildern?
Niklas Berger
Um die Stadt an die Folgen des Klimawandels anzupassen müssen eine Reihe an Maßnahmen getroffen werden. Gegen das Austrocknen der Stadt hilft die Asphaltaufhellung, Begrünung von Plätzen und Straßen (vor allem in Innenstadtlage), um so Hitzeschwerpunkte zu vermeiden. Weiterhin ist die Wiederaufforstung von den umliegenden Waldflächen wichtig, um seine Bannwaldfunktion zu garantieren und die Umgebungstemperatur insgesamt zu senken. Hier muss eine enge Zusammenarbeit mit dem hess. Forst forciert werden. Mobile Bepflanzungen können dabei zusätzlich helfen Hitzeschwerpunkte abzukühlen. Gegen Starkregenfälle und um die Funktionstüchtigkeit der Kanalisation und des Klärwerks zu garantieren müssen Flächen entsiegelt werden. Vor allem Plätze oder öffentliche Parkplätze sind hierbei im Fokus, weil sie große Flächen darstellen, die viel Kapazität zur Regenwasseraufnahme haben. Um Maßnahmen gegen Starkregenfälle zu intensivieren ist auch die Errichtung von weiteren Regenrückhaltebecken in Erdbauweise sinnvoll. Allerdings bedarf dies einer entsprechenden Prüfung durch den Fachdienst und Spezialist*innen, ob und wo solche Maßnahmen sinnvoll sind.
Prof. Dr. Jan Werner
In Langen setzte ich mich seit vielen Jahren dafür ein, dass jährlich etwa 60 neue Stadtbäume gepflanzt werden und werde das auch weiter tun. Bäume tragen nicht nur optisch zu einem schönen Stadtbild bei, sondern bieten kühle Orte, die den Aufenthalt in Städten auch im Sommer erträglich machen. Mittlerweile sind so in Langen schon rund 300 neue Bäume im Stadtgebiet in meiner Amtszeit gepflanzt worden. In den jeweiligen Bebauungsplänen haben wir erfolgreich Gründächer verankert, um die Hitzeabstrahlung zu reduzieren. Beim Straßenbau setzen wir aus gleichem Grund hell eingefärbten Asphalt ein und reduzieren beim Straßenneubau die Versiegelung und fördern Versickerung, wo es möglich ist. Im Bereich Wasser erarbeiten wir gerade eine Starkregengefahrenkarte, die aufzeigen wird, an welchen Stellen im Stadtgebiet Handlungsbedarf besteht, so dass Starkregenereignisse zukünftig nicht zu Problemen führen wird. Am Schwimmbadparkplatz an der Teichstraße haben die Kommunalen Betriebe Langen daher schon das Regenüberlaufbecken umgebaut, so dass es dadurch zu einer Entlastung der Altstadt kommen wird. Der Paddelteich wird zukünftig ebenso klimaresilienter werden. Für den Umbau haben wir Fördermittel beantragt und nach wirklich sehr langer Wartezeit im Sommer 2025 endlich bewilligt bekommen. Der Teich wurde bereits entschlammt, so dass die Wasserqualität deutlich verbessert wurde. Momentan laufen die Planungen zur Umgestaltung, so dass, wenn alles gut geht im Herbst des nächsten Jahres die Baumaßnahmen starten können.
Olaf Hermann
Leider sind die klimaanpassenden Maßnahmen in Langen bisher sehr überschaubar, dies will ich mit hoher Priorität ändern. Gerade weil viele dieser Maßnahmen Zeit brauchen und einen hohen finanziellen und planerischen Aufwand bedeuten, muss man damit endlich beginnen. Ich war seit 2011 Mitglied des Stadtparlaments, sehr oft wurden mit Hinweis auf die schwierige Finanzlage oder die dünne Personaldecke alle Ideen und Forderungen zu mehr Klimaschutz oder Klimawandelanpassung auf die „lange Bank geschoben“. Ich kann mich gut erinnern, wie wir nach dem Starkwindereignis 2019 im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr über die Folgen und weitere Maßnahmen diskutiert haben. Grüne und SPD hatten dazu Anträge zum schnellen Ersatz der gefallenen Bäume gestellt, beschlossen wurde nach intensiven Diskussionen ein Minimalkompromiss. Im Rahmen der Diskussion wurde ein emotionaler Redebeitrag von mir mit dem Satz: „Olaf, mach‘ uns hier nicht die Greta…“ kommentiert. Auch wenn dies sicher eher flapsig-amüsant gemeint war, so zeigt es doch klar den geringen Stellenwert, den Klimaschutz und Klimawandelanpassung in Teilen der Langener Kommunalpolitik haben. Dies zu ändern, wird eines meiner wichtigsten Ziele mit absoluter Priorität sein! Ein Beispiel dafür, wie eine Kommune trotz schwieriger Haushaltslage diesem Themenfeld Rechnung tragen kann, ist die Stadt Dietzenbach. Hier wurde die Verwaltung personell deutlich besser aufgestellt, die Stadt führt sukzessive Maßnahmen durch und nutzt dazu intensiv Fördergelder. Dies könnte eine sehr gute „Blaupause“ für Langen sein. Konkrete Maßnahmen zur Klimawandelanpassung, die ich gerne umsetzen würde, wären beispielsweise:
Entsiegelungen und Ertüchtigung von Baumscheiben, damit die Stadtbäume überhaupt eine Chance haben, sich gesund zu entwickeln.
Überprüfung der Bauleitplanungen hinsichtlich einer Optimierung im Bereich Klimawandelanpassung/-schutz.
Möglichkeiten zu Entsiegelungen im öffentlichen Stadtraum ermitteln, um die Grundwasserneubildung zu unterstützen.
Dach- und Fassadenbegrünungen dort umsetzen, wo wir als Stadt Einfluss haben. Für private Immobilien ein Förderprogramm auflegen.
Schattenspendende Strukturen aufbauen, siehe z.B. Bedarf am Platz der Deutschen Einheit oder am Aranda-de-Duero-Platz. Hierbei den Fokus auf schnelle und kostengünstige Umsetzung legen.
Entwässerungsinfrastruktur in Langen weiter konsequent auf Starkregenereignisse vorbereiten. Hier ist schon einiges passiert, es müssen aber sukzessive alle Stadtteile optimiert werden.
Versickerungsrinnen wie in Dietzenbach nutzen, wenn Straßensanierungen durchgeführt werden.
Endlich das Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2011 überarbeiten.
Intensive Begrünungsmaßnahmen im Stadtgebiet, Baumpflanzungen im Bereich von Hitzeinseln auch mal mit entsprechender Größe, damit wir nicht noch Jahrzehnte auf die schattenspendende Wirkung warten müssen.
Ein weiterer Ansatz wäre eine deutlich intensivere Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern im Themenbereich, zum Beispiel auch mit dem BUND; Bye, Bye Biblis und anderen Akteuren. Hier sind viel Know-how und großes ehrenamtliches Engagement vorhanden, welches ich gerne nutzen möchte. Die finanzielle Seite unterstütze ich durch die Einrichtung eines professionellen Fördermittelmanagements, damit zukünftig alle sinnvollen Finanzierungsmöglichkeiten genutzt werden können.
2. Klimaschutz
BUND: Während sich Klimaanpassungsmaßnahmen auf den Umgang mit den unvermeidlichen Folgen des Klimawandels fokussieren, zielt der Klimaschutz auf die Minderung der Ursachen ab. Auch Kommunen können beim Klimaschutz einen wesentlichen Beitrag leisten, etwa im Gebäude- und Infrastrukturbereich, der Energieversorgung oder der Mobilitätsplanung. Was wären Ihrer Meinung nach in Langen geeignete Maßnahmen, die zum Klimaschutz beitragen?
Niklas Berger
Geeignete Klimaschutzmaßnahmen nach Bereichen sind: Im Bereich ÖPNV/Busse die Umstellung der bisherigen Busse der Stadtwerke und der Kreisverkehrsgesellschaft auf Elektroantrieb. Im Bereich Radverkehr der Ausbau der Radinfrastruktur in Langen (innerhalb und außerhalb). Im Bereich Autoverkehr die Neubewertung der Vorbehaltsstraßen und die Ausweitung von Tempo 30-Zonen oder, weil ersteres nicht möglich ist, die Anordnung von Tempo 40. Im Bereich CO2-Reduktion. den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf den Liegenschaften der Stadt. Im Bereich Bauen, der Erlass von Gestaltungssatzungen zur Dach- und/oder Fassadenbegrünung nach § 91 HBO, der Erlass von Sanierungssatzungen für bestimmte Gebiete nach 142 BauGB zum Zwecke der energetischen Sanierung – sofern zweckdienlich, die Verwendung CO2-armer Bauweisen für den Neubau von städtischen Gebäuden. Im Stadtgebiet, die Etablierung von Bienenwiesen. Im Bereich Katastrophenschutz, die Verbreitung von Informationen über die Folgen des Klimawandels zum Ziel der Sensibilisierung an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Im Bereich der Verwaltung, das Ziel eine digitale Verwaltung zu werden und möglichst Papierlos zu arbeiten. Im Bereich Straßenbeleuchtung, der zügige Austausch der alten Straßenbeleuchtung mit LEDs. Ergänzend hierzu verweise ich auf die Maßnahmen zur Klimaanpassung, da sie teilweise auch Klimaschutzmaßnahmen darstellen.
Prof. Dr. Jan Werner
Langen ist ja mit verschiedenen Maßnahmen im Klimaschutz bereits gut auf dem Weg. Langen ist Mitglied des Klimabündnisses und seit Jahren aktiv bei den 100 hessischen Kommunen für den Klimaschutz. Gemeinsam mit den Stadtwerken treiben wir aktuell die Wärmewende mit der kommunalen Wärmeplanung aktiv voran. Gerade das geplante Rechenzentrum im Neurott ermöglicht mit seiner Abwärme aus erneuerbarer Energie, dass die Stadtwerke Langen einen Großteil des Stadtgebietes mit Nahwärme versorgen können. Das ist ein Riesenbeitrag für den Klimaschutz im Gebäudebereich. In den dezentralen Gebieten der Wärmeversorgung wird die Stadt Langen durch Beratung unterstützen gute Lösungen zu finden. Im Bereich Mobilität setze ich mich mit aller Kraft für die Anbindung Langens an die Regionaltangente West ein. Die umsteigefreie Verbindung zum Flughafen ist nicht nur für die wirtschaftliche Entwicklung Langens von großer Bedeutung, sie ist auch ein ökologisch gutes Angebot, das Autos stehen zu lassen und per Bahn zum Flughafen zu gelangen. Ich habe daher auch aktiv die Einführung und Fortsetzung des Hoppers in Langen unterstützt und freue mich, dass er kreisweit so erfolgreich läuft und der Hopper zukünftig ein verlässlicher Bestandteil des ÖPNVs wird. Mit dem Radschnellweg wurde eine schnelle Radverbindung durch bebautes Gebiet geschaffen und auch der Bahnhofsvorplatz soll in einigen Jahren zukunftssicher und attraktiv für alle Verkehrsarten ausgebaut werden.
Olaf Hermann
Klimaschutz bedeutet für mich mehr zu machen, als den Status quo zu erhalten. Und genau da „hakt“ es bei hier leider sehr. Wir haben in Langen eine besonders schwierige Situation – durch die Rodungen für den Kies- und Sandabbau verlieren wir in der Gemarkung Unmengen an klima-, wasser-, lärm- und naturschützender Funktionalität. Um dies auch nur ansatzweise auszugleichen, ist eine Voraussetzung, dass die Rekultivierungsmaßnahmen unbedingt in den vorgegebenen Zeiträumen und auch in der entsprechenden Qualität durchgeführt werden. Daher werde ich mich für eine sehr genaue Kontrolle der Einhaltung der Maßnahmen einsetzen und alles Notwendige unternehmen, um die Zusammenarbeit mit Hessenforst, dem RP und anderen beteiligten Behörden zu intensivieren. Ebenso möchte ich erreichen, dass Kompensation für den Waldverlust nicht im Odenwald oder am Vogelsberg geleistet wird, sondern hier vor Ort. Leider sind auf Landesebene zunehmend Bestrebungen zu erkennen, den verbesserten Schutz des Bannwalds, der durch die Novellierung des hessischen Waldgesetzes erreicht wurde, wieder zu verwässern. Deshalb braucht es eine klare Aussage der Stadt an das kies- und sandfördernde Unternehmen, dass weitere Nutzungs- und Förderrechte nicht mehr vergeben werden. Dazu würde ich nach meinem Amtsantritt klar Stellung beziehen und auf eine entsprechende Positionierung der Stadtverordnetenversammlung hinarbeiten. Weitere Maßnahmen zum Klimaschutz sind wie bei der Antwort zur ersten Frage ausgeführt, ein deutlicher Zuwachs an innerstädtischem Grün sowie Entsiegelungen von Flächen im öffentlichen und privaten Bereich. Der Klimaschutz ist für mich auch eng mit dem Thema Mobilität verknüpft. Hier möchte ich den innerörtlichen Nahverkehr erhalten und ausbauen, ebenso die Radinfrastruktur in Langen verbessern. Zur Idee einer Straßenbahnanbindung nach FFM fehlen noch wichtige gutachterliche Hintergrunddaten. Hier wird man sehen müssen, ob das Projekt verkehrstechnisch und finanziell überhaupt sinnvoll ist. Auch das Thema Energie darf nicht vergessen werden: Alle städtischen Liegenschaften möchte ich – sofern bautechnisch machbar – mit PV-Anlagen ausstatten. Die Gebäude sollen ebenso energetisch saniert und auf klimaschützende Wärmeversorgungen umgerüstet werden. Dafür braucht es dringend ein aktualisiertes Klimaschutzkonzept und eine kommunale Wärmeplanung für Langen. Beides darf hinterher nicht wieder „in der Schublade verschwinden“, sondern muss auch mit einer entsprechenden Strategie zur Umsetzung hinterlegt werden. Leider müssen wir den Klimaschutz unter schwierigsten finanziellen Rahmenbedingungen realisieren. Aber diese dürfen nicht länger ein „Basta-Argument“ dafür sein, weiter nichts oder nur wenig zu machen! Mir geht es um die Sicherstellung einer lebenswerten Zukunft für die nächsten Generationen – dies ist schon immer die Grundlage meines politischen Handelns.
3. Insektenschutz
BUND: Insekten sind für ein funktionierendes Ökosystem unverzichtbar, da sie eine Schlüsselrolle als Bestäuber, Zersetzer, Bodenverbesserer und Nahrungsgrundlage für andere Tiere spielen. In den letzten 30 Jahren wurde in Deutschland bei den Fluginsekten ein Rückgang von über 75% verzeichnet. Die Hauptursachen für das Insektensterben sind die intensive Landwirtschaft, hoher Pestizideinsatz, der Verlust von Lebensräumen sowie die Lichtverschmutzung. Welche Maßnahmen würden Sie vorschlagen, um Insekten auch im Stadtgebiet besser zu schützen?
Niklas Berger
Um dem Verlust von Lebensräumen entgegenzuwirken, empfiehlt sich ein Verbot von Steingärten durchzusetzen, sowie Insektenhotels im gesamten Innen- und Außengebiet der Stadt durch die KBL aufzustellen. Zusätzlich müssen Lebensräume für Insekten geschaffen werden. Dies kann durch die oben genannten Bienenwiesen forciert werden. Der Lichtverschmutzung kann nur durch einen zügigen und vollständigen Ausbau von LED-Straßenlaternen entgegengewirkt werden. Der Abbau oder die Reduktion von Straßenlaternen muss ich aber aus Gründen der Straßenverkehrssicherheit und der öffentlichen Sicherheit eine Absage erteilen. Im Bereich der Agrarwirtschaft hat Langen keine besondere Bedeutung. Lediglich ein Bauer bewirtschaftet noch Felder in Langen. Von einer „intensiven Landwirtschaft“ kann speziell in Langen daher nicht die Rede sein. Allerdings muss bei Neubepflanzungen von Bäumen, Sträuchern etc. im Innen- wie im Außengebiet in Zukunft auf die Verträglichkeit von Bepflanzungen mit Insekten Rücksicht genommen werden. Sollte die Stadt Langen Pestizide bei städtischen Bepflanzungen nutzen, muss ihr Einsatz streng reglementiert werden und es müssen ökologisch verträglichere Verfahren des Pflanzenschutzes prioritär angewendet werden. Ein möglicher Ausbau von Streuobstwiesen im Außenbereich und Obstbaumbepflanzungen im Stadtgebiet kann zudem Helfen bestäubende Insekten anzusiedeln. Diese beiden Maßnahmen möchte ich (auch aus kulturhistorischen Gründen) intensiviert verfolgen. Abschließende Bemerkung: Abschließend möchte ich aber erwähnen, dass alle diese Maßnahmen unter Finanzierungsvorbehalt stehen. So ehrlich muss ich sein. So dass es gut möglich ist, dass die Umsetzung der Klimaschutz-, Klimaanpassungs- und Insektenschutzmaßnahmen einige Zeit benötigen wird und je nach Priorität angegangen werden muss. Die sorgfältige Prüfung, ob und in welchem Umfang Fördermittel zur Umsetzung von Maßnahmen angeboten werden, hat dabei besondere Priorität. Dennoch bin ich mir bewusst, dass uns die Zeit „davonläuft“ und bestimmte Maßnahmen lieber heute, als morgen realisiert werden müssen.
Prof. Dr. Jan Werner
Für den Insektenschutz ist die naturnahe Gestaltung städtischer Grünflächen sehr wichtig. Vor kurzem hat die Stadtverwaltung Langen daher eine große Staudenfläche an der Nördlichen Ringstraße mit trockenresistenteren, einheimischen Stauden neu bepflanzt. In den Folgejahren werden auch die übrigen Staudenbeete ebenso konsequent überarbeitet. Ferner verwenden wir im Stadtgrün bevorzugt einheimische Pflanzen, diese bieten Nahrung und Nistraum für Vögel und Insekten. Die Kommunalen Betriebe Langen setzen bei der Grünpflege keine Pestizide ein, dafür nehmen wir etwas mehr Wildkraut im Stadtgebiet gern in Kauf. Ich werde mich dafür einsetzen, dass das auch weiter so bleibt. Der Verzicht hat nicht im Übrigen nicht nur positive Wirkungen für Tiere und Pflanzen, sondern auch für die Kläranlage und den Boden. Auch das Siebenschläferprojekt auf den Streuobstwiesen rund um Langen werde ich zukünftig gern weiter unterstützen. Hier blühen auf mehr als 15 Hektar Flächen Obstbäume und bieten Wildbienen im Frühjahr eine Futtergrundlage. Der Erhalt von Streuobstwiesen als Kulturgut ist mir auch schon allein wegen des Markenzeichens von Langen als Ebbelwoistadt ein wichtiges Anliegen. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass die Stadt Langen im Jahre 2021 die als erste Kommune in Südhessen die Auszeichnung Streuobstkommune 2021 des Regionalverband Frankfurt Rhein-Main erhielt.
Olaf Hermann
Für mich ein wesentlicher Punkt: Dem Insektenschutz mehr Wertigkeit in Verwaltung und Stadtgesellschaft geben und dazu ganz bewusst und verstärkt Maßnahmen planen. Blühflächen und Staudenbeete sollen Rasen ersetzen – und das nicht nur punktuell, sondern überall dort, wo es möglich ist. Weiterhin will ich dem Thema durch bessere ökologische Standards bei der Bauleitplanung Rechnung tragen. Und ein Förderprogramm zur Umwandlung von Schottergärten auflegen – auch wenn wir dieses momentan nicht so mit Mitteln hinterlegen könnten, wie ich es mir wünschen würde. Aber ich halte es für sehr wichtig, hier mit gutem Beispiel voranzugehen. Noch ein Punkt: Entsiegelungen, Fassaden- /Dachbegrünungen und Mini-Habitate ermöglichen. In der Gemarkung Tümpel, Versickerungsmulden und Teiche anlegen. Insektenfreundliche Beleuchtungen einrichten, wo nötig. Weiterhin würde ich – wo realisierbar – entlang der Straßen Blühstreifen einrichten lassen und die Biotopvernetzung im Stadt- und Gemarkungsgebiet vorantreiben. Zudem werde ich bei allen Bauprojekten ein genaues Auge darauf haben, dass die vorgeschriebenen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auch wirklich umgesetzt werden. Wie schon geschrieben, würde ich auch beim Thema Insektenschutz eine deutlich engere Zusammenarbeit mit den Umwelt- und Naturschutzverbänden anstreben. Wir haben in Langen da sehr viel Know-how und großes ehrenamtliches Engagement, welches ich gerne nutzen möchte.
Alle Antworten der Kandidaten auf unsere Fragen können Sie auch hier als PDF herunterladen. Außerdem hat unser Orstverband eine Pressemitteilung zu den Antworten der Bürgermeisterkandidaten mit einer Einordnung verfasst.
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