BUND Ortsverband Langen Egelsbach
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Geheimnisvolle Flieger...

Die faszinierende Welt der Fledermäuse

 (Bild: / https://pixabay.com/de/users/rnoid-99994/)

  • Sie sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Zudem haben sie die Fähigkeit zur Echolokation und spielen eine wichtige Rolle in der natürlichen Schädlingsbekämpfung. 
     
  • Sie sind bemerkenswert in Bezug auf ihre evolutionäre Geschichte. Sie sind seit mehr als 50 Millionen Jahren auf der Erde und haben sich im Laufe der Zeit an eine Vielzahl von Lebensräumen angepasst.
     
  • Sie jagen normalerweise nach Einbruch der Dunkelheit und während der Nacht. Sie sind nachtaktive Tiere, die sich auf ihre Echolokation verlassen, um Beute wie Insekten zu finden. Einige Fledermausarten, wie z.B. die Fruchtfledermäuse (leben nicht in Deutschland), können jedoch auch tagsüber aktiv sein.
     
  • Sie sind in der Regel soziale Tiere. Viele Fledermausarten leben in Kolonien, die aus Hunderten bis Tausenden von Individuen bestehen können. Sie interagieren miteinander, um gemeinsam zu jagen, sich gegenseitig zu pflegen und sich vor Fressfeinden zu schützen. 

 

Die Kinderstube der Fledermäuse

Fledermausmännchen suchen vor der Paarung die Kinderstube aus, für die sie dann die Weibchen anlocken. Die Damen bleiben aber nur kurz -  etwa 1 Tag oder nur ein paar Stunden -  mit dem Auserwählten zusammen und suchen sich dann den nächten Fledermausmann. Wer dann schlussendlich der Vater ihrer Babies ist, lässt sich nicht feststellen.

Die Kinderstube besteht aus mehreren bis zu 80 Fledermausweibchen, auch aus älteren und/oder nicht gebärenden oder gebärfähigen Weibchen. Es kümmern sich zwar alle um die Babies wenn die Mutter jagen geht, aber nur die Mutter säugt ihr Junges. Hat sie aufgrund mangelnder Nahrung zu wenig Milch, verhungert das Kleine.

Die ausgewählten Unterkünfte werden nach einigen Wochen gewechselt.

Fledermäuse haben ihre eigenen Reviere, die auch nicht überschritten werden. Unterschiedliche Arten jagen zu unterschiedlichen Uhrzeiten.

Echo-Ortung der Beute

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Fledermäuse jagen mit Hilfe der Echolokalisation. Das ist eine Technik, die Fledermäuse nutzen, um ihre Beute und ihre Umgebung zu "sehen". Dabei stoßen sie Ultraschallwellen aus und erhalten ein Echo von Objekten in ihrer Umgebung, das sie wieder auffangen und auswerten können. Diese Technik hilft ihnen dabei, Insekten oder andere Beute zu finden und sich sicher durch ihre Umgebung zu bewegen, auch in totaler Dunkelheit. Die von den Fledermäusen ausgesendeten Ultraschallwellen sind für den Menschen nicht hörbar.

Dank eines "Bat-Detektors" konnten wir die Laute der Fledermäuse hören. Es klingt eher wie ein Knattern als ein Pfeifen und ist in verschiedenen Tonlagen hörbar. Die Laute werden in einem Bereich von etwa 20 bis zu 140 Kilohertz (kHz) erzeugt. Jede Fledermausart hat dabei ihre besondere Rufcharakteristik und nutzt bestimmte Frequenzbereiche.

(Video von FWU-Bildungsmedien)

 

Jagtgebiete und der Speiseplan einer Fledermaus

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Fledermäuse bevorzugen Schneisen im Wald oder Lichtungen und es muss in der Nähe irgendwo Wasser geben. Über Teichen halten sie sich ebenfalls gerne auf - zum einen gibt es dort reichlich Beute und zum anderen Wasser zumTrinken.

Eine Fledermaus frisst pro Nacht eine Insektenmenge, die etwa einem Drittel bis der Hälfte ihres eigenen Körpergewichts entspricht. Das können ca. 4.000 Mücken pro Nacht sein.

Unterschiedliche Arten haben unterschiedliche Nahrungsvorlieben.

Das Große Mausohr erjagt bei seinem Beutezug knapp über dem Waldboden Laufkäfer, Hundertfüßern, Spinnen und Käferlarven.

Die Wasserfledermaus hält über der Wasseroberfläche Ausschau nach Zuckmücken und Köcherfliegen. Die Wasserfledermaus kann sogar kleinere Fische fangen.

Der Riesenabendsegler fliegt wiederum durchaus mehrere hundert Meter über dem Boden, während er seine Beute ortet. Er stürzt sich dann ähnlich wie ein Falke mit hoher Geschwindigkeit auf große Falter und Käfer.

Die kleine wendige Zwerfledermaus frisst vor allem Mücken die sie im Schein von Straßenlaternen erbeutet.

Eine schöne Seite zum Thema "Was fressen Fledermäuse" 

(Video von Spektrum der Wissenschaft)

 

Unseren Fledermäusen geht die Nahrung aus

Aber leider geht unseren Fledermäusen aufgrund des Rückgangs von Insekten die Nahrung aus. Die immer weiter abnehmende Biodiversität durch der Einsatz von Insektiziden, Zerstörung von Lebensräumen, Klimawandel etc. hat immer weniger Insekten zur Folge. Der NABU hat das auf seiner Seite ausführlich dargestellt.

 

Fledermausfreundlicher Garten

Möchten auch Sie Fledermäusen helfen? Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihren Garten fledermausfreundlich gestalten können:

  1. Fledermauskästen aufhängen: Ein idealer Unterschlupf für Fledermäuse, besonders in Gebieten ohne natürliche Baumhöhlen. Positionieren Sie die Kästen in einer Höhe von 3–5 Metern und in der Nähe von Bäumen oder Sträuchern, abseits der Wetterseite.
  2. Naturnahe Bepflanzung: Bieten Sie mit heimischen Pflanzen Unterschlupf für Insekten – die Hauptnahrungsquelle für Fledermäuse. Besonders attraktiv sind Pflanzen mit stark duftenden Blüten, wie Acker-Leimkraut, Ausdauerndes Silber­blatt, Duft­resede, Gelbe Schwertlilie, Gemshorn, Judas-Silberling, Licht­nelke, Levkojen, (Madonnen) - Lilien, Mai­glöckchen, Mond­winde, etc. Mehr Pflanzen-Tipps auf https://www.bund-fledermauszentrum-hannover.de/fledermausschutz/garten-fuer-fledermaeuse/
  3. Vermeiden Sie Pestizide: Fledermäuse sind auf eine reiche Insektenvielfalt angewiesen. Durch den Verzicht auf chemische Spritzmittel fördern Sie nicht nur die Gesundheit Ihres Gartens, sondern unterstützen auch die Nahrungsquelle der Fledermäuse.
  4. Wasserquellen schaffen: Ein Teich oder eine kleine Wasserstelle zieht Insekten an, die von den Fledermäusen in der Dämmerung gefangen werden können. Achten Sie darauf, dass das Wasser ruhig und ungestört ist.
  5. Dunkelheit bewahren: Fledermäuse jagen vor allem in der Dämmerung und Nacht. Ein dunkler Garten ohne starke Beleuchtung schützt Insekten und ermöglicht ein reichhaltiges Nahrungsangebot für die Fledermäuse.
  6. Einheimische Bäume im Garten: Alte Bäume sind nicht nur für Fledermäuse wichtig, sondern bieten zahlreichen anderen Tieren und Pflanzen Lebensraum. Fledermäuse profitieren von der gesamten biologischen Vielfalt, die sich rund um diese Bäume entwickelt. Die Insekten, Vögel und anderen Tiere, die sich in der Nähe von alten Bäumen aufhalten, tragen zur Nahrungsvielfalt der Fledermäuse bei.

Mit diesen einfachen Maßnahmen können Sie Ihren Garten zu einem echten Paradies für Fledermäuse machen und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz leisten!
 

So verrät sich eine Fledermaus

 (Bild: Christine Schäfer)

Findet man das hier am Boden - z.B. an einer Hauswand - kann man davon ausgehen, dass irdenwo oben in einer Mauerspalte oder am Dach eine Fledermaus wohnt. Reste ihrer Mahlzeit sind: Abgebissene Flügel von Faltern, denn sie frisst nur den Köper des Falters.

 

 (Bild: Christine Schäfer)

Ebenfalls ein Indiz für eine Fledermausbehausung ist Fledermauskot.

Zerreibt man übrigens den Kot dann wird er im Gegensatz zu Mäusekot, krümelig und schimmert. Das liegt an dem Chitin der Insektenpanzer dem Exosklelett – eine starre oder gegliederte Hülle, die die Weichteile einiger Tiere stützt und schützt.

Besondere Eigenschaften der Fledermäuse

Ein außerordentliches Immunsystem

Viele der 1300 bekannten Fledermausarten tragen Antikörper gegen verschiedene Krankheiten im Blut, jedoch selten die Krankheitserreger selbst. Es scheint, dass diese Tiere in der Lage sind, die Erreger abzuwehren, ohne selbst zu erkranken.

Forscher haben die Immunreaktion von Großen Samtfledermäusen (Molossus molossus) in Panama untersucht und dabei einen besonderen Tagesrhythmus der Tiere beobachtet. Tagsüber reduzieren die Fledermäuse in ihren Quartieren ihren Energieverbrauch, indem sie regungslos ruhen und ihre Körpertemperatur sinken lassen. Erst bei Sonnenuntergang, wenn die Samtfledermäuse zur Jagd aufbrechen, steigt ihre Körpertemperatur auf über 40 Grad Celsius an, da die Muskeln während des Flugs intensiv arbeiten müssen.

Diese hohe Temperatur könnte jedoch eine zusätzliche Funktion haben: Sie könnte als eine Art tägliches Fieber die Immunabwehr gegen Krankheitserreger aktivieren. Gleichzeitig könnte die tägliche Reduzierung des Stoffwechsels das Wachstum von Krankheitserregern im Körper verlangsamen.

 

Blutverdünner (gerinnungshemmende Stoffe) 

Vampirfledermäuse kommen von Mexiko über Mittelamerika bis nach Südamerika. Sie sind die einzigen Säugetiere, die sich ausschließlich vom Blut anderer Wirbeltiere ernähren. Sie beißen oder kratzen die Haut ihres Wirts an und lecken das Blut ab - im Gegensatz zu dem Mythos, dass sie das Blut trinken würden.

Damit auch andere Artgenossen in den Genuss einer Blutmahlzeit kommen, darf sich die Wunde am Wirt nicht schließen. Der Speichel dieser Fledermäuse enthält einen gerinnungshemmenden Stoff. 

Forscher haben Gene untersucht, die für die Produktion dieser gerinnungshemmenden verantwortlich sind. Diese Substanz ist als Plasminogen Aktivator (PA) bekannt, ein Enzym vom Typ Serinprotease, das die Blutgerinnung hemmt.

 

 

Weitere Informationen über Fledermäuse

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Weitere sehr interessante Informationen und Bilder finden Sie auf den folgenden Seiten:

BUND-Deutschland

NABU

Deutsche Wildtierstiftung

(Video von NABU-TV)

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