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🔥 Heiß, heißer, Mitteleuropa! 🔥

Wovor die Wissenschaft seit Jahrzehnten warnt, können wir gerade am eigenen Leib erfahren: Nahezu zwei Wochen durchgehende Hitzetage und Temperaturrekorde. Im Kreis Offenbach wurde die Wasserampel auf rot gestellt, zahlreiche Veranstaltungen fielen bereits aus und zwangen die Menschen, drei Gänge herunterzuschalten. Während schmelzende Asphaltdecken sofort sichtbar wurden, wird man das Ausmaß der Schäden an der Natur wohl erst ein einigen Wochen und Monaten erkennen: wenn z.B. Bäume aufgrund der Hitze und Trockenheit wieder besonders anfällig für Pilze und Schädlinge sind und absterben. Wildlebenden Tiere leiden akut unter den hohen Temperaturen, wie zum Beispiel Wasserbewohner in überhitzten Flüssen und Seen, oder die aus ihren überhitzten Nestern flüchtenden Jungvögel, ... Dabei ist der Sommeranfang 2026 erst wenige Tage her.

Und was macht unsere (Bundes-)Regierung? Erst kürzlich wurde das „Infrastruktur-Zukunftsgesetz“ beschlossen und damit den Weg zur Aushöhlung zahlreicher Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen geebnet. In einem Entwurf für das „Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz“ wird fossiles Gas, ein Haupt-Treiber des Klimawandels, bevorzugt und der Ausbau von batterie-elektrischen Stromspeichern systematisch benachteiligt. Auch der hessische Bannwaldschutz wird ohne Not ausgehöhlt (wir berichteten). Natur- und Klimaschutz - war da was?!

Aber wir wollen nicht nur klagen, denn in Langen und Egelsbach gibt es auch einige erfreuliche Neuigkeiten, von denen wir euch in diesem Newsletter berichten wollen. Genehmigt euch ein kühles Getränk und habt viel Freude an der folgenden Lektüre, und: empfehlt unseren Newsletter gerne weiter.

Euer BUND Langen-Egelsbach

 
Aktuelle Bebauungspläne in Langen

Der BUND Langen-Egelsbach hat kürzlich zwei Stellungnahmen (SN) für aktuelle Bebauungspläne in Langen abgegeben. Beide können auf unserer Homepage eingesehen werden:

  1. In der SN zum Scherer-Areal am Wilhelm-Leuschner-Platz haben wir u.a. Verbesserungen beim Fledermaus- und Mauerseglerschutz angemahnt. Gleichzeitig freuen wir uns, dass (unter anderem) unsere Meldungen zu den Mauerseglervorkommen in der bisherigen Planung berücksichtigt wurde.
  2. In der SN für das Konzept des Bebauungsplans im Gewerbegebiet nördlich der Mörfelder Landstraße sind uns einige Punkte aufgefallen, die hoffentlich verbessert werden. Es geht u.a. um Baumschutz, Photovoltaik, weniger Versiegelung, sparsamer Einsatz von Licht und Schutz vor Vogelschlag.

Die SN werden nun von der Verwaltung geprüft und abgewogen.

Patenbeeteinsatz

Am 20. Juni haben wir zu dritt einen Patenbeet-Einsatz durchgeführt. Die Wildblumen, die über die Bordsteine wuchsen, wurden zurückgeschnitten, Müll und Unrat aus dem Beet entfernt und zu üppig wachsendes Gras wurde auch entfernt. Am Radschnellweg in der Nähe haben wir außerdem noch eine etwa 10 m² große Fläche, die mit japanischem Staudenknöterich bewachsen war, von diesem befreit. Das stark invasive Gewächs breitet sich seit einigen Jahren auch in Langen und Egelsbach mehr und mehr aus. Mit regelmäßigem Rückschnitt kann man versuchen, es ein wenig aufzuhalten.

Neuigkeiten aus der Kommunalpolitik

Langen, 11. Juni: In der Langener Stadtverordnetenversammlung wurde auf Initiative der Wählerinitiative Langen (WiLa) ein Prüfauftrag zur Erfassung des Bestands leerstehender Wohnungen in Langen angenommen. Die durch die Stadtverwaltung zu ermittelnden Zahlen sollen Auskunft darüber geben, wie viele Wohnungen in Langen seit wann leer stehen. Dies soll zeigen, ob es sinnvoll ist, eine Leerstandssatzung zu beschließen. Der Hintergrund des Antrages ist der seit Jahren angespannte Wohnungsmarkt in Langen und das hessische Leerstandsgesetz, beschlossen im Jahr 2025. Dieses ermöglicht es den hessischen Kommunen, mit einer entsprechenden Satzung gegen Wohnungsleerstand vorzugehen.

Egelsbach, 16. Juni: Abflastern bald in Egelsbach?! Im Bauausschuss wurde am 16. Juni u.a. der Prüfantrag der Grünen-Fraktion zur Teilnahme der Gemeinde an der Aktion „abpflastern“ diskutiert. Hier kam es zu einer durchaus interessanten Debatte. Zunächst hatte die SPD Klärungsbedarf über die genaue Art der Prüfung, signalisierte aber früh ihre Zustimmung zum Antrag. Von den Grünen hieß es, es solle erst einmal nur um die Prüfung öffentlicher Flächen gehen, bei gleichzeitiger Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema. Hier warf Andreas Schweizer (WGE) , Vorsitzender des Ausschusses ein, er würde gerne „sofort Taten sehen“ und ob man nicht die Arbeiten im Schwimmbad mit der Entsiegelung einiger Flächen kombinieren könne. Das Schwimmbad sei jedoch schon eine komplexe Baustelle für sich, bescheinigte Bürgermeister Wilbrand. Kritische Fragen zum Antrag äußerte Tobias Friedberger (CDU), was die Gemeinde oder der Einzelne von dieser Aktion hat, verbunden mit der Befürchtung, dass sich die Gemeindevertretung als Ergebnis der Prüfung über einzelne zu entsiegelnde egelsbacher Plätze unterhalten würde - beispielsweise den Berliner Platz.
In der Antwort bekräftigte Wigbert Böhmer (Grüne), dass es zunächst nur um die Erfassung versiegelter Flächen gehe, die für die abpflastern-Aktion in Frage kämen. Zudem hätte die Klimakommune Egelsbach eine Vorbildfunktion gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, und natürlich bringe die Entsiegelung etwas für jeden Einzelnen und auch die Gemeinschaft: „Weniger Hitzestau, bessere Versickerung von Regenwasser, mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen.“ Leicht ungeduldig über die Diskussion machte Peter Boll (FDP) klar, man solle doch nicht schon vor Beginn der Prüfung alles „tot reden“. Der Antrag wurde schließlich mehrheitlich angenommen und der Gemeindevertretung zur Annahme empfohlen.

Unser Kommentar: Die Reaktivierung von ungenutztem Wohnraum spart Neubau auf der „grünen Wiese“. Dies schont die Umwelt, verringert die Bodenversiegelung und schützt Freiflächen. Aus diesem Grund befürworten wir die Initiative der WiLa ausdrücklich.

Außerdem begrüßen wir die Initiative der Egelsbacher Grünen! Gerade die letzten anderthalb Wochen Hitzestau im RheinMain Gebiet verdeutlichen die Sinnhaftigkeit des Entsiegelns, sorgt es doch für ein gesünderes Mikroklima (weniger Hitzeabstrahlung in der Nacht!), mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen und bessere Versickerung von Regenwasser. Wir möchten betonen, dass auch schon ein halber Quadratmeter entsiegelte und begrünte Fläche dazu beitragen kann, Hitzestau zu verringern. In unserem April-Newsletter war ein schönes Beispiel einer kleinen entsiegelten Fläche zu sehen. Gleichwohl ist es wichtig, Privatleute und insbesondere Firmen mit ins Boot zu holen. Gerade bei letzteren schlummert unserer Meinung ein großes Potential für das Abpflastern – versiegelte Firmenparkplätze und Lagerplätze gibt es auch in Egelsbach einige.

Hitzeaktionspläne in unseren Gemeinden

Dass Hitze ein ernstes Problem ist, haben die meisten Städte und Gemeinden inzwischen begriffen. Was können Kommunen dagegen tun? Ein hilfreiches Instrument um Hitzestress zu vermeiden, ist ein Hitzeaktionsplan (HAP). Er stellt den verantwortlichen in der Gemeinde eine Strategie bereit, um die Bevölkerung vor den gesundheitlichen Gefahren extremer Hitze und UV-Strahlung zu schützen. Doch zwischen dem Erkennen und dem Handeln liegt oft ein langer Weg: Wer ist eigentlich zuständig? Wer zahlt? Und wie bringt man Verwaltung, Gesundheitsamt, Stadtplanung und Katastrophenschutz unter einen Hut? Diese Fragen bremsen viele Kommunen bei der Erstellung eines solchen Plans aus – auch im Kreis Offenbach. 

Dabei wären die wirksamsten Maßnahmen gar nicht so kompliziert: kühle Räume schaffen, die tagsüber für die Allgemeinheit geöffnet sind. Mehr Trinkwasserstellen im Schatten bereitstellen. Mehr Bäume in der Fußgängerzone.

Förderprogramme sind hier für viele Kommunen der entscheidende Hebel: Sie ermöglichen nicht nur Investitionen, sondern auch die Planung und das Personal, das solche Maßnahmen überhaupt anschieben kann. Wo Fördermittel fließen, entstehen sichtbare Angebote. Wo sie fehlen, bleibt es meistens bei Informationsbroschüren und vagen Ankündigungen – gut gemeint, aber im Ernstfall wenig hilfreich.

Die gute Nachricht: Die Maßnahmen eines HAP müssen nicht auf einen Schlag umgesetzt werden. Sie lassen sich über mehrere Jahre staffeln, die Kosten bleiben so überschaubar. Und der Einstieg muss nicht teuer sein: Eine Karte mit kühlen Orten und Wasserspendern in der Stadt, Kooperationen mit Geschäften, die kostenlos Leitungswasser ausgeben, oder mehr Nachfüllstationen für Trinkflaschen - das klingt unspektakulär, hilft aber gerade älteren und kranken Menschen im Ernstfall.

Für den gesamten Kreis Offenbach stellt sich nach Recherche leider heraus: Keine einzige Kommune hat einen gültigen HAP, auch Langen und Egelsbach nicht. Nur die kreisfreie Stadt Offenbach hat bereits seit 2020 einen HAP. Wer weiß, vielleicht beschleunigt die aktuelle Hitzeperiode die Planungen im Kreis etwas? Wir werden es sehen…

Termine und Aktionen in Langen, Egelsbach und Umgebung
  • Sa., 04 Juli 2026: Deutschlandweiter Tag der Gießkanne: Gemeinsam Stadtbäume gießen - Mehr Infos unter diesem Link…
  • Sa., 22. August 2026, 12-18 Uhr: Kinder- und Generationenfest auf dem Platz der Deutschen Einheit, Langen [mehr Infos folgen]

Eine stets aktuelle Liste der Termine des BUND Langen-Egelsbach findet ihr hier!

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