BUND Ortsverband Langen Egelsbach

Naturgärten

Naturgärten werden so gestaltet und gepflegt, dass sie die natürlichen Bedingungen und Lebensräume der Region nachahmen und fördern. Sie sind darauf ausgerichtet, die Biodiversität zu unterstützen, den ökologischen Fußabdruck zu minimieren und eine nachhaltige Gartenpflege zu ermöglichen.

Naturgärten als Beitrag zum Arten- und Klimaschutz

 (Bild: Christine Schäfer)

In einem Naturgarten geht es darum, einen Lebensraum zu schaffen, der für einheimische Pflanzen und Tiere geeignet ist und die Biodiversität unterstützt.

Neben wichtigen Naturschutzmaßnahmen in Feld und Flur kann auch in der Stadt viel für den Artenschutz getan werden. In jedem Privatgarten und im Öffentlichen Grün können Gärtner*innen mit naturnahen Pflanzungen und Einsaaten heimische Wildblumen und Gehölze ansiedeln und so Lebensraum und Nahrung für Insekten und andere Wildtiere schaffen.

Mehr Grün in der Stadt hilft auch das Klima zu verbessern.

Bäume z. B. können über die Verdunstung die Temperatur im Sommer abkühlen, sie spenden Schatten und produzieren Sauerstoff.
Durch gepflasterte (Stell-) Plätze und Schottergärten wird Wärme dagegen gespeichert und das Stadtklima im Sommer weiter aufgeheizt

Gärtnern mit der Natur - wie geht das?

Flori-Park Blumenwiese  (Bild: Christine Schäfer)

Vielfalt ist Trumpf: Verschiedene Bereiche im Garten werden betont oder neu gestaltet. 
Es können z. B. trockene Hügel und Trockenmauern gebaut und feuchte Gräben, Sickermulden oder kleine Teiche angelegt werden. 
Diese unterschiedlichen Lebensräume werden standortgerecht mit passenden Wildpflanzen bepflanzt. So bleiben die Anpflanzungen gesund und pflegeleicht.

Ein naturnah gestalteter Garten ist lebendig und artenreich.
Blütenpflanzen und Insekten sind aneinander angepasst. Viele Blüten werden nur von bestimmten Insekten bestäubt und locken mit ihrer Form und Farbe genau diese Spezialisten wie zum Beispiel Wildbienen an. 
Und auch umgekehrt sind viele Tiere auf spezielle Futterpflanzen angewiesen, ein bekanntes Beispiel hierfür sind Schmetterlingsraupen.
Sind heimische Wildpflanzen im Garten, finden sich daher Bienen und Schmetterlinge sehr schnell von alleine ein.

Was kann ich tun?

  • Im Rasen beim Mähen Blumen-Inseln stehen lassen.
  • Blumenbeete mit heimischen Wildblumen anlegen.
  • Hecken aus Wildsträuchern pflanzen.
  • Am Heckenrand bunte Wildblumen-Säume einsäen.
  • Asthaufen in der Hecke anlegen, Totholz stehen lassen
  • Auf Kunstdünger, Gift und Torf im Garten unbedingt verzichten!
  • Wo immer möglich regionale natürliche Materialien verwenden.
  • Von der Natur lernen, nicht gegen sie arbeiten.
  • Nicht ständig aufräumen - die Natur hat ihre eigene Ordnung!
  • Alles Leben im Garten achten und schützen und Veränderungen zulassen.
  • Sich über neue Pflanzen und Tiere im Garten freuen und - ganz wichtig: 
  • Den Garten genießen!


(Petra Heberer, Naturgartenplanung)

Der Lehr- und Kräutergarten Dreieich

 (Bild: Christine Schäfer)

 

Der Lehr- und Kräutergarten Dreieich ist ein Projekt, das darauf abzielt, die biologische Vielfalt unserer Heimat zu bewahren. Zudem möchte es das Thema des nachhaltigen Umweltschutzes Bürgern aller Altersgruppen – vom Kindergarten bis zum Seniorenheim – näherbringen.

 

 (Bild: Christine Schäfer)

Dem  Lehr- und Kräutergarten ist ein Familiengarten, ein Naturlehrpfad, ein Bienenlehrpfad und eine Streuobstwiede angeschlossen. Diese wurden in entsprechenden Projekten geplant und aufgebaut.

Wer sich davon selbst ein Bild machen möchte, kann den Lehr- und Kräutergarten in Dreieich besuchen - es lohnt sich af jeden Fall. Über diesen Link gelangen Sie direkt zur Homepage und können scih über Veranstaltungen und Projekte infomieren

 

Vom Schottergarten zum Naturgarten

 (Bild: Christine Schäfer)

Schottergärten, auch als Steingärten bekannt, erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Sie gelten als pflegeleicht und modern, doch ihr Einfluss auf die Umwelt ist überwiegend negativ. 

Verlust der Biodiversität

In Schottergärten gibt es kaum Pflanzen, was bedeutet, dass sie wenig bis gar keinen Lebensraum für Insekten, Vögel und andere Tiere bieten. Insekten wie Bienen und Schmetterlinge, die wichtige Bestäuber sind, finden keine Nahrung. Dies führt zu einem Rückgang der lokalen Artenvielfalt und beeinträchtigt das ökologische Gleichgewicht.

Erhöhte Bodenerosion

Der Boden unter Schottergärten ist oft verdichtet und kann Wasser nicht gut aufnehmen. Ohne Pflanzenwurzeln, die den Boden stabilisieren und Feuchtigkeit speichern, kommt es leichter zu Bodenerosion. Bei starkem Regen kann der Boden weggespült werden, was zu weiteren Umweltproblemen wie der Verschlammung von Gewässern führt.

Beeinträchtigung des Mikroklimas

Pflanzen tragen zur Kühlung der Umgebung bei, indem sie Wasser verdunsten und Schatten spenden. Schotter hingegen speichert Wärme und erhöht die Umgebungstemperatur, was besonders in städtischen Gebieten zu einem verstärkten Wärmeinseleffekt führen kann. Dies belastet nicht nur das lokale Klima, sondern auch die Energieversorgung, da mehr Klimatisierung erforderlich ist.

Reduzierte Wasserversickerung

Schottergärten fördern nicht die natürliche Versickerung von Regenwasser. Stattdessen läuft das Wasser oft ungehindert ab und überfordert die Kanalisation. Dies kann zu Überschwemmungen und einer schlechteren Wasserqualität in Flüssen und Seen führen, da weniger Wasser im Boden gefiltert wird.

Beitrag zur Lärmbelastung

Pflanzen können Schall absorbieren und so zur Reduktion der Lärmbelastung beitragen. Schotter hingegen reflektiert Schall, was besonders in städtischen Gebieten die Lärmbelastung erhöhen kann. Dies wirkt sich negativ auf die Lebensqualität der Anwohner aus.

Erhöhter Pflegeaufwand auf lange Sicht

Obwohl Schottergärten als pflegeleicht gelten, kann Unkraut trotzdem durchkommen und erfordert den Einsatz von Herbiziden. Diese Chemikalien können den Boden und das Grundwasser belasten und sind schädlich für die Umwelt. Zudem kann der Schotter über die Jahre verschmutzen und muss ausgetauscht werden, was zusätzlichen Ressourcenverbrauch bedeutet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Schottergärten, obwohl sie ästhetisch ansprechend und vermeintlich pflegeleicht sind, zahlreiche negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Der Verlust der Biodiversität, die Verschlechterung des Mikroklimas, die erhöhte Bodenerosion und die reduzierte Wasserversickerung sind nur einige der Gründe, warum Schottergärten keine nachhaltige Option für die Gartengestaltung darstellen. Es ist daher ratsam, Alternativen zu wählen, die sowohl pflegeleicht als auch umweltfreundlich sind, wie zum Beispiel naturnahe Gärten mit einheimischen Pflanzen.

 

Vortrag und Besichtigung

mit dem BUND Langen-Egelsbach

Am 16.05.2024 lud der BUND Langen-Egelsbach zu einer Beichtigung mit einem sher interessanten Vortrag über "naturnahes Gärtnern" mit Petrag Heberer ein.

Impressionen Kräutergarten Dreieich

Vom Schotter- zum Naturgarten

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